Punschtorte – ein Klassiker wieder aufgewertet

Punschkrapferl oder auch Punschtorte gehören zu DEN Klassikern der österreichischen Backkultur. Und wie das bei allen Klassikern so ist, wandeln sich Rezept im Laufe der Jahre und Jahrzehnte, werden regionalen Vorlieben und vorhandenen Zutaten angepasst und vermischen sind gelegentlich mit anderen Rezepten.

Bei kaum einem anderen Kuchen, kann man diesen oft positiven Wandel so gut beobachten wie bei den unverwechselbar rosarot überzogenen Punschkrapferln. Ursprünglich tat man dabei nichts anderes, als einen Biskuit zu backen, in 3 Teile zu teilen und einen Teil als Boden, einen als Deckel und den Dritten mit Marillenmarmelade zu verkneten und als Füllung zwischen Deckel und Boden zu setzen. Fertig war die Punschtorte. Sehr lecker.

… die Schokolade bringt`s

Aber mit dem Einzug der Schokolade kam dann eben Schoko dazu, irgendwann dann der berühmte Schuss Strohrum und so ging das weiter. In meinen Kindheitstagen fanden die Punschkrapferl so ihren vorläufigen Höhepunkt. Aber danach ging es bergab, rapide, nahezu allerorts.

Punschtorte

Was war passiert? Zutaten wurden teurer, Steuerbelastungen größer, oder was auch immer. Jedenfalls fingen viele Bäckereien an, aus der sonst so feinen Punschtorte eine reine Resteverwertung zu machen. Nicht falsch verstehen… es ist ja eine super Idee, Biskuitreste zu trocknen und dann weiterzuverwenden, das macht Sinn und ist nicht der Punkt. Vielmehr ist es so: Da werden ganze Cremeschnitten mit Biskuit und Sacherresten verknetet, Nusstorten dazugerührt und das alles schnell mit Kakao und Rum so abgeschmeckt, dass es noch halbwegs nach Punschschnitte schmeckt. Glaubt ihr mir nicht, dann empfehle ich den Gang zu so manchem Konditor in Österreich. Da dreht es mir glatt den Magen um.

Zeit für einen Cut also… Zeit sich wieder auf klassische Tugenden zu besinnen, Zeit die Punschtorte wieder zu dem zu machen, was sie in meinen Kindheitstagen am Höhepunkt ihrer Geschmacksexplosion war. Fein, schokoladig, rumig, cremig und mit dieser feinen Punschnote… ein Klassiker eben der seinem hervorragenden Ruf auch gerecht wird.

Ihr seid dabei? Dann lasst uns durchstarten… In diese Punschtorte darf nur das Feinste rein.

Punschtorte – einer DER österreichischen Tortenklassiker aufgewertet

Punschtorte

Zutaten für den Biskuit

5 Eier (Gr. L)
150 g Zucker
100 g Mehl
50 g Stärke
1 Prise Salz
1 Pck. Vanillezucker
50 g zerlassene Butter
2 cl Rum
fein geriebene Schale von 1 Zitrone

Zutaten für die Punschfülle

200 g Mandeln gemahlen
400 g Biskotten
200 g Schokolade
200 g Marillenmarmelade fein passiert
75 g Rum
Saft von 1,5 Orangen

Außerdem: 250 g Fondant (nicht Rollfondant!), rote Lebensmittelfarbe und 4 EL Marillenmarmelade

Punschtorte

Zubereitung des Biskuit der Punschtorte

  1. Das Backrohr auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  2. Die Eier mit dem Zucker, Salz und Vanillezucker 10 Minuten sehr schaumig schlagen, dann den Rum und die flüssige Butter langsam unter ständigem Mixen dazu geben.
  3. Das Mehl mit der Stärke vermengen und über die Eiermasse sieben.
  4. Die geriebene Zitronenschale dazugeben und alles von Hand mit einem Schneebesen unterheben.
  5. Den fertigen Biskuit auf zwei ø20cm Backformen (ich empfehle diese >>HIER<<) und für 15 bis 20 min goldgelb backen.

Anmerkung: Mit der flüssigen Butter wird der Teig etwas kompakter, das soll so sein. Wenn ihr lieber einen sehr lockeren Biskuit wollt, könnt ihr die Butter gegen 40 g geschmacksneutrales Öl austauschen.

Zubereitung der Punschfüllung

  1. Die Biskotten fein reiben und in eine Schüssel geben.
  2. Die Mandeln, Marillenmarmelade, den Rum und den Orangensaft dazugeben und alles mit dem Flachrührer der Küchenmaschine verkneten. Falls die Masse zu fest ist, noch etwas Orangensaft dazugeben.
  3. Die Schokolade über Dampf schmelzen und zur restlichen Fülle kneten.

Fertigstellen der Punschtorte

  1. Einen Biskuitboden in einen verstellbaren Tortenring geben und diesen so anpassen, dass der Teig schön eingeschlossen ist.
  2. Den Boden mit 2 EL Marillenmarmelade einstreichen und die fertige Punschfülle darauf verstreichen und die Oberfläche glätten.
  3. Den zweiten Tortenboden darauf legen und ein wenig festdrücken.
  4. Diesen wieder mit dem Rest der Marmelade einstreichen, die Torte inkl. Tortenring in Frischhaltefolie einwickeln und über Nacht Kühlstellen.
  5. Am nächsten Tag den Fondant in eine Schüssel geben, etwas Wasser in einen Topf geben und die Schüssel auf den Topf stellen. Den Fondant so über einem sanften Wasserbad so lange erhitzen bis er zähflüssig geworden ist.
  6. 1-2 Tropfen rote Lebensmittelfarbe dazugeben und gut verrühren bis der Fondant eine schöne, rosarote Farbe bekommen hat.
  7. Die Punschtorte mit einem kleinen, scharfen Messer aus dem Ring lösen und auf ein Abtropfgitter stellen.
  8. Die Punschglasur in einem Guss über die Torte gießen. Der Fondant erstarrt sehr schnell.
  9. Fertig ist die Punschtorte.
Punschtorte

Eine Torte die einfacher kaum zu machen wäre. Biskuit backen, Fülle zusammenrühren und zwischen die Böden packen und alles mit der Glasur überziehen. Fertig.

Wie lecker dieser Klassiker ist, weiß an erst. wenn man sich einmal die Mühe gemacht hat, feine Nüsse, Biskotten und Schokolade zusammenzurühren. Natürlich könnt ihr die Biskotten auch durch Biskuitreste aller Art ersetzen, das ist gar kein Problem. Aber bitte keine alten Cremetorten. Aber dieses Thema hatten wir ja anfangs schon abgehackt.

In diesem Sinne… frohes Backen… euer

PS: #Weltverbesserungmodus aus *ggg* 

Marian

Hochzeitstorten designen, Cupcakes und (Motiv)torten zu planen und gestalten ist meine größte Leidenschaft. Am liebsten Samstag abends zu später Stunde...

Ich liebe die Herausforderung und die Vielseitigkeit, die ein Food Blog mit sich bringt: Planen, Backen, Ausprobieren, Fotografieren, Dekorieren und das Ganze dann auf Mannbackt.de zu präsentieren.

Das Ergebnis könnt ihr jeden Tag auf`s Neue bestaunen...