Kardinalschnitten – das klassische Rezept einfach erklärt
Kardinalschnitten gehören zu den bekanntesten Mehlspeisen Österreichs – und gleichzeitig zu den Rezepten, vor denen viele Hobbybäcker Respekt haben. Mit der richtigen Technik sind sie jedoch viel einfacher, als ihr Ruf vermuten lässt. In diesem Rezept zeige ich Schritt für Schritt, wie Baiser und Biskuit perfekt gelingen, warum das Nachtrocknen der Böden so wichtig ist und wie ihr den Klassiker mit einer luftigen Vanillecreme und Ribiselmarmelade ganz einfach zuhause backt. Außerdem findet ihr Varianten mit Kaffee- oder Fruchtcreme sowie eine ausführliche Videoanleitung.
Kardinalschnitten – das klassische Rezept einfach erklärt
Es gibt kaum eine österreichische Mehlspeise, die beim Anschneiden so beeindruckend aussieht wie eine Kardinalschnitte. Außen wirkt sie fast unscheinbar, doch im Inneren zeigen sich die typischen Streifen aus luftigem Baiser, lockerem Biskuit und einer herrlich cremigen Füllung. Genau dieser Anschnitt macht den Reiz dieses Klassikers aus.
Trotzdem trauen sich viele Hobbybäcker nicht an Kardinalschnitten heran. Verständlich, denn auf den ersten Blick wirken zwei verschiedene Teige, Dressiersack und das charakteristische Muster ziemlich aufwendig. Die gute Nachricht: Hat man das Prinzip einmal verstanden, ist die Zubereitung überraschend unkompliziert. Ich sage im Video nicht ohne Grund: Beim ersten Mal die Hölle, beim zweiten Mal einfache Hausmannskost.
In diesem Rezept zeige ich euch Schritt für Schritt, wie euch perfekte Kardinalschnitten gelingen. Vom richtigen Aufschlagen des Baisers über das saubere Aufspritzen bis hin zu meinem persönlichen Trick, damit die Böden auch am nächsten Tag noch angenehm knusprig bleiben.
Wer möchte, kann die klassische Vanillecreme mit Ribiselmarmelade natürlich auch abwandeln. Mit einem Espresso entsteht eine feine Kaffeecreme, mit Fruchtpüree eine sommerliche Variante – und beide schmecken mindestens genauso gut wie das Original.



Warum werden Kardinalschnitten oft nichts?
Die meisten Fehler passieren an drei Stellen:
- Das Baiser wird nicht lange genug aufgeschlagen.
- Biskuit und Baiser werden zu dick oder ungleichmäßig aufgespritzt.
- Die Böden werden nach dem Backen nicht ausreichend getrocknet.
Gerade das Nachtrocknen ist für mich einer der wichtigsten Schritte. Nach dem eigentlichen Backen reduziere ich die Temperatur und lasse die Böden noch einmal bei niedriger Hitze trocknen. Dadurch bleibt das Baiser stabil und die Kardinalschnitte hat auch nach einer Nacht im Kühlschrank noch den typischen leichten Knusper.
Meine Tipps für perfekte Kardinalschnitten
- Bereitet alle Zutaten bereits vor Beginn getrennt für Biskuit und Baiser vor.
- Heizt den Backofen vollständig vor, bevor ihr mit dem Aufschlagen beginnt.
- Spritzt den Biskuit etwas kräftiger auf als das Baiser – so entsteht später das schöne Schnittbild.
- Lasst die Böden vollständig auskühlen.
- Am besten schmeckt die Kardinalschnitte nach einer Nacht im Kühlschrank, wenn sie vollständig durchgezogen ist.
Dieses Rezept ist im Rahmen meiner Zusammenarbeit mit Fini’s Feinstes entstanden. Wenn ihr gerne backt, lohnt sich auch ein Blick auf www.finis-feinstes.at. Dort findet ihr viele weitere Rezepte, Backtipps und hilfreiches Wissen rund um Mehl, Teige und das Backen mit österreichischen Mehlen.

Video: Kardinalschnitten Schritt für Schritt backen
Im Video zeige ich euch jeden einzelnen Arbeitsschritt ganz genau – vom Trennen der Eier über das richtige Aufschlagen bis zum perfekten Anschnitt.
Hier könnt ihr euch das komplette Video ansehen:
Kardinalschnitten Rezept
Kardinalschnitten haben den Ruf, kompliziert zu sein. Und ehrlich gesagt: Beim ersten Mal wirken sie auch genau so. Aber keine Sorge – hat man das Prinzip mit Baiser und Biskuit einmal verstanden, wird aus der vermeintlichen Herausforderung schnell einfache Hausmannskost. Mit dieser Anleitung gelingt der österreichische Klassiker garantiert.
Infos zum Rezept:
- Ergibt 1 Kardinalschnitte für 10–12 Personen
- Zubereitungszeit ca. 45 Minuten
- Backzeit ca. 60 Minuten
- Kühlzeit mindestens 2 Stunden, besser über Nacht
- Schwierigkeitsgrad 3 von 5

Kardinalschnitten
Zutaten | Teig gesamt
4 Eier
180 g Kristallzucker
90 g Staubzucker
90 g Mehl
1 Prise Salz
1 Schuss Rum
Zutaten | Creme
500 ml Sahne
50 g Zucker
6 Blatt Gelatine
4 EL Milch
Mark von 1½ Vanilleschote
Optional:
Kaffeevariante: 1 Espresso, 8 Blatt Gelatine
Fruchtvariante: 60 g FruchtPüree (kalt), 8 Blatt Gelatine
Außerdem:
150 g Ribiselmarmelade zum Füllen
Zutaten für die Kardinalschnitten (getrennt zum Backen)
Zutaten | Baiser
3 Eiweiß
90 g Kristallzucker
90 g Staubzucker
1 Prise Salz
Zutaten | Biskuit
1 ganzes Ei
3 Dotter
90 g Kristallzucker
90 g Mehl
1 Schuss Rum
Zubereitung der Kardinalschnitten
- Backofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Für das Baiser die Eier trennen. Die Eiweiße mit einem Teil des Kristallzuckers aufschlagen. Sobald die Masse weiß und luftig wird, den restlichen Kristallzucker einrieseln lassen. Zum Schluss den Staubzucker zugeben und alles zu einer glänzenden, festen Baisermasse aufschlagen.
- Die Baisermasse in einen Dressiersack füllen und auf das Backpapier drei mal drei Streifen aufspritzen. Jeder Boden besteht aus drei langen Baiserstreifen mit etwas Abstand dazwischen. In die Lücke kommt dann der Biskuit (siehe Video).
- Für den Biskuit die drei Dotter, das ganze Ei, den restlichen Kristallzucker und optional den Rum mehrere Minuten sehr schaumig schlagen. Das Mehl darüber sieben und vorsichtig unterheben.
- Den Biskuitteig in einen Dressiersack füllen und jeweils zwischen die Baiserstreifen zwei Biskuitstreifen aufspritzen. So entsteht das typische Muster aus Baiser, Biskuit, Baiser, Biskuit, Baiser.
- Die Böden etwa 30 Minuten bei 150 °C backen. Anschließend kurz auskühlen lassen.
- Die Ofentemperatur auf 90–100 °C Heißluft reduzieren und die Böden weitere 30 Minuten trocknen. Dadurch bleibt die Kardinalschnitte auch am nächsten Tag noch angenehm knusprig. Die Böden anschließend vollständig auskühlen lassen.
Zubereitung der Creme
- Die Gelatineblätter in reichlich kaltem Wasser einweichen.
- Sahne mit Zucker und Vanillezucker steif schlagen.
- Die Gelatine gut ausdrücken und vorsichtig erwärmen, bis sie vollständig aufgelöst ist. Einige Löffel Milch unterrühren, um die Temperatur anzugleichen. Anschließend die Gelatinemischung unter ständigem Mixen kurz und knackig in die Sahne einarbeiten.
- Den ersten Boden auf eine Servierplatte setzen. Die Hälfte der Creme aufspritzen. Nach Belieben in der Mitte eine Spur Ribiselmarmelade, einfüllen.
- Den zweiten Boden auflegen und leicht andrücken. Die restliche Creme aufspritzen und mit dem dritten Boden abschließen.
- Die Kardinalschnitte mindestens 2 Stunden, idealerweise über Nacht, im Kühlschrank durchziehen lassen. Vor dem Servieren in Stücke schneiden.

Häufige Fragen zu Kardinalschnitten
Warum werden Kardinalschnitten nach dem Füllen weich?
Das Baiser sollte nach dem eigentlichen Backen noch einmal bei niedriger Temperatur getrocknet werden. Dadurch bleibt es auch nach dem Füllen angenehm knusprig und behält seine typische Struktur.
Kann ich Kardinalschnitten bereits am Vortag zubereiten?
Ja. Tatsächlich schmecken Kardinalschnitten nach einer Nacht im Kühlschrank sogar noch besser. Die Creme kann vollständig durchziehen, während das getrocknete Baiser trotzdem seinen leichten Knusper behält.
Warum werden Biskuit und Baiser getrennt hergestellt?
Die typische Optik der Kardinalschnitte entsteht durch zwei unterschiedliche Teige. Das luftige Baiser sorgt für Leichtigkeit, während der Biskuit Stabilität und eine feine Krume liefert.
Welche Marmelade passt am besten?
Traditionell wird Ribiselmarmelade verwendet. Sie bringt eine angenehme Säure mit und harmoniert perfekt mit der süßen Creme. Alternativ eignen sich auch Preiselbeer-, Himbeer- oder Marillenmarmelade.
Kann ich die Creme variieren?
Ja. Für eine Kaffeevariante wird die Gelatine mit einem Espresso verrührt. Für fruchtige Kardinalschnitten könnt ihr stattdessen kaltes Fruchtpüree, zum Beispiel aus Erdbeeren, Himbeeren oder Mango, verwenden.
Warum sollte ich die Zutaten schon vor dem Backen aufteilen?
Da Baiser und Biskuit direkt hintereinander zubereitet werden, spart eine vorbereitete Zutatenliste Zeit und verhindert Stress. So könnt ihr euch ganz auf das Aufschlagen und Aufspritzen der beiden Teige konzentrieren.
Mehr Rezepte und Tipps rund um Biskuit
Der Biskuit ist neben dem Baiser die wichtigste Grundlage für gelungene Kardinalschnitten. Wer noch tiefer in die Zubereitung einsteigen oder weitere Rezepte mit luftigem Biskuit ausprobieren möchte, findet hier passende Anleitungen auf MANN BACKT:
-
Die perfekte Biskuitroulade – Grundrezept und die wichtigsten Tipps
Wie Biskuit besonders luftig bleibt, sich problemlos rollen lässt und beim Backen nicht trocken wird. -
Erdbeerroulade mit Biskuit und Erdbeersahne
Ein unkomplizierter Biskuitklassiker mit frischen Erdbeeren und einer leichten Sahnefüllung. -
Topfentorte mit luftigem Biskuit und cremiger Topfenfüllung
Ein klassisches Tortenrezept mit lockerem Biskuit, schnittfester Creme und ausführlicher Schritt-für-Schritt-Anleitung. -
Erdbeer-Topfen-Torte mit Biskuit
Luftiger Biskuit, cremige Topfenfüllung und frische Erdbeeren – eine leichte Torte für Frühling und Sommer. - Alle Biskuitrezepte auf MANN BACKT entdecken
Kardinalschnitten gehören zu den Mehlspeisen, vor denen viele unnötig Respekt haben. Dabei braucht es weder eine Konditorlehre noch jahrelange Erfahrung – sondern einfach das richtige Verständnis für Baiser und Biskuit. Hat man das Prinzip einmal verinnerlicht, gelingt dieser österreichische Klassiker überraschend unkompliziert.
Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Rezept und dem Video die Scheu vor Kardinalschnitten nehmen. Wenn ihr sie nachbackt, freue ich mich wie immer über eure Fotos, eure Erfahrungen und natürlich eure Fragen in den Kommentaren.
Viel Freude beim Backen und gutes Gelingen!


Kardinalschnitten
Zutaten
Kardinalschnitten
Zutaten | Teig gesamt
- 4 Eier
- 180 g Kristallzucker
- 90 g Staubzucker
- 90 g Mehl
- 1 Prise Salz
- 1 Schuss Rum
- Zutaten | Creme
- 500 ml Sahne
- 50 g Zucker
- 6 Blatt Gelatine
- 4 EL Milch
- Mark von 1½ Vanilleschote
- Optional:
- Kaffeevariante: 1 Espresso 8 Blatt Gelatine
- Fruchtvariante: 60 g FruchtPüree kalt, 8 Blatt Gelatine
- Außerdem:
- 150 g Ribiselmarmelade zum Füllen
Zutaten für die Kardinalschnitten (getrennt zum Backen)
Zutaten | Baiser
- 3 Eiweiß
- 90 g Kristallzucker
- 90 g Staubzucker
- 1 Prise Salz
Zutaten | Biskuit
- 1 ganzes Ei
- 3 Dotter
- 90 g Kristallzucker
- 90 g Mehl
- 1 Schuss Rum
Anleitungen
Zubereitung der Kardinalschnitten
- Backofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Für das Baiser die Eier trennen. Die Eiweiße mit einem Teil des Kristallzuckers aufschlagen. Sobald die Masse weiß und luftig wird, den restlichen Kristallzucker einrieseln lassen. Zum Schluss den Staubzucker zugeben und alles zu einer glänzenden, festen Baisermasse aufschlagen.
- Die Baisermasse in einen Dressiersack füllen und auf das Backpapier drei mal drei Streifen aufspritzen. Jeder Boden besteht aus drei langen Baiserstreifen mit etwas Abstand dazwischen. In die Lücke kommt dann der Biskuit (siehe Video).
- Für den Biskuit die drei Dotter, das ganze Ei, den restlichen Kristallzucker und optional den Rum mehrere Minuten sehr schaumig schlagen. Das Mehl darüber sieben und vorsichtig unterheben.
- Den Biskuitteig in einen Dressiersack füllen und jeweils zwischen die Baiserstreifen zwei Biskuitstreifen aufspritzen. So entsteht das typische Muster aus Baiser, Biskuit, Baiser, Biskuit, Baiser.
- Die Böden etwa 30 Minuten bei 150 °C backen. Anschließend kurz auskühlen lassen.
- Die Ofentemperatur auf 90–100 °C Heißluft reduzieren und die Böden weitere 30 Minuten trocknen. Dadurch bleibt die Kardinalschnitte auch am nächsten Tag noch angenehm knusprig. Die Böden anschließend vollständig auskühlen lassen.
Zubereitung der Creme
- Die Gelatineblätter in reichlich kaltem Wasser einweichen.
- Sahne mit Zucker und Vanillezucker steif schlagen.
- Die Gelatine gut ausdrücken und vorsichtig erwärmen, bis sie vollständig aufgelöst ist. Einige Löffel Milch unterrühren, um die Temperatur anzugleichen. Anschließend die Gelatinemischung unter ständigem Mixen kurz und knackig in die Sahne einarbeiten.
- Den ersten Boden auf eine Servierplatte setzen. Die Hälfte der Creme aufspritzen. Nach Belieben in der Mitte eine Spur Ribiselmarmelade, einfüllen.
- Den zweiten Boden auflegen und leicht andrücken. Die restliche Creme aufspritzen und mit dem dritten Boden abschließen.
- Die Kardinalschnitte mindestens 2 Stunden, idealerweise über Nacht, im Kühlschrank durchziehen lassen. Vor dem Servieren in Stücke schneiden.
Video
Notizen
• Ergibt 1 Kardinalschnitte für 10–12 Personen
• Zubereitungszeit ca. 45 Minuten
• Backzeit ca. 60 Minuten
• Kühlzeit mindestens 2 Stunden, besser über Nacht
• Schwierigkeitsgrad 3 von 5

Marian
Hochzeitstorten designen, Cupcakes und (Motiv)torten zu planen und gestalten ist meine größte Leidenschaft. Am liebsten Samstag abends zu später Stunde...
Ich liebe die Herausforderung und die Vielseitigkeit, die ein Food Blog mit sich bringt: Planen, Backen, Ausprobieren, Fotografieren, Dekorieren und das Ganze dann auf Mannbackt.de zu präsentieren.
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