Hermann Teig – kulinarischer Flashback in die 80er

Was Dr. Oetker für mich bedeutet? Zum einen Produkte mit denen ich aufgewachsen bin, aber eines noch viel mehr: Super Ideen und Inspiration. Das Team rund um Dr. Oetker Österreich ist nämlich genauso verrückt aufs Backen wie ich. Und da kommen dann manchmal die verrücktesten Ideen dabei raus. Letztes Jahr haben wir Eis am Grill gebacken. Noch Fragen? Tja, und vor ein paar Wochen, da kamen “die Oetkers”, wie ich sie gerne nenne mit der Idee des Jahres daher: “Lass uns den Hermann Teig wieder zum Leben erwecken!”, hieß es da.

Hermann was? Werden jetzt einige sagen. Und ja , selbst ich war damals in den 80ern echt noch klein. Aber diesen süßen Pseudo-Sauerteig, der damals von Haushalt zu Haushalt weitergegeben wurde und aus dem (manchmal auch wirklich fragwürdige,) leckere Kuchen und Brote gebacken wurden. Ganz ehrlich, als Kind fand ich die Idee einen Teig der durch hunderte Haushalte, unter nicht ganz klar zu bestimmenden hygienischen Bedingungen wanderte etwas unangenehm. Aber wir leben in den 20ern des neuen Jahrtausends, 40 Jahre später, haben durch Corona endlich gelernt, dass Hygiene kein Medikament ist und man sich vor dem Kochen die Hände wäscht… Kurzum: Ja, ich glaube Dr. Oetker hat recht: DIE ZEIT IST REIF… HERMANN IS BACK!

Lasst uns gemeinsam ein kulinarisches Revival feiern! Terminator und Rambo, Rocky und die Gremlins haben wir nie vergessen… wie konnte uns das bei Hermann passieren?!?

Gesagt getan. Dr. Oetker hat mir ein Paket zusammengestellt mit allem, was ich zum Ansetzen brauche. Und dazu gibt es eine wirklich detaillierte Anleitung für den Hermann. Tipp: Wer mir auf Instagram folgt, der kann sich in den Storyhighlights nochmal den ganzen Prozess ansehen. Diese Anleitung stelle ich euch hier mal in aller Kürze rein, denn das ist grundsätzlich einfacher als einen Sauerteig anzusetzen.

Einen Hermann Teig ansetzen – so wird’s gemacht

Grundsätzlich könnte das kaum einfacher sein. Ich habe eigentlich nur einen Tipp für euch, was ich anders als die Oetkers gemacht habe: Bis Tag 5 habe ich den Hermann nicht in den Kühlschrank gestellt sondern bei Zimmertemperatur reifen lassen. Mir schien das für den Fermentationsprozess besser und ich sollte Recht behalten. Denn wie ein Sauerteig gewinnt auch der Hermann deutlich an Triebkraft wenn die Temperatur etwas wärmer ist, er schmeckt auch mehr nach Hefe, was ich als aromatischen Gewinn empfinde.

So, nun aber nochmal Schritt für Schritt:

Teigansatz:

100 gWeizenmehl glatt Type 480 oder 700
1 ELZucker
½ Pck.Trockenhefe
200 mlWasser

An Tag 1 werden einfach die Zutaten in einer Plastikschüssel (keine Metallschüssel, ganz wichtig!) verrührt, die Schüssel abgedeckt und beiseite gestellt. Ich empfehle Zimmertemperatur, ihr könnt den Hermann Ansatz aber auch in den Kühlschrank stellen.

An Tag 2 bis 4 einfach umrühren, wieder zudecken, fertig. Das Umrühren ist aber sehr wichtig… nicht vergessen!

Füttern Tag 5:

100 gWeizenmehl glatt Type 480 oder 700
150 gZucker
200 mlMilch

An Tag 5 wird das erste Mal gefüttert. Tatsächlich stimmen hier die Zutaten und es braucht viel Zucker als Futter und Milch statt Wasser. Das ist die Besonderheit am Hermann und eure Kuchen werden es euch mit herrlichem Geschmack danken.

WICHTIG: AB SOFORT KOMMT DER HERMANN IN DEN KÜHLSCHRANK!

Nicht vergessen an den Tagen 6 bis 9 immer umrühren.

Füttern Tag 10:

100 gWeizenmehl glatt Type 480 oder 700
150 gZucker
200 mlMilch

An Tag 10 wird der Hermann Teig ein letztes Mal gefüttert. Nach 2 bis 3 Stunden hat er deutlich an Volumen gewonnen, Ich empfehle euch folgendermaßen damit umzugehen: Verwendet die gewünschte Menge Hermann Teig, den Rest füttert ihr mit der 100-150-200-Mischung an und stellt ihn in den Kühlschrank fertig.

Verwendet ihr den Hermann Teig länger nicht, dann füttert ihn 1x pro Woche auf die beschriebene Art und Weise. Und braucht ihr ihn tatsächlich über Monate nicht, dann ab in ein Tupperware, verschließen und einfrieren. Alles super unkompliziert.

Und et voila, schon ist der Hermann betriebsbereit und es lassen sich die schönsten Dinge daraus zaubern. Ich arbeite mich nun seit etwas über einem Monat durch jede Menge Rezepte durch und kann euch 5 Dinge als Fazit dazu schreiben:

  1. Kuchen mit Hermann schmecken durch die Bank einfach gut… wenn das Rezept passt.
  2. Gebackenes mit Hermann bleibt definitiv länger frisch und außergewöhnlich saftig, trocknet langsamer aus.
  3. Teige mit Hermann haben eine sehr spannende Ergänzung zu der Konsistenz die man sonst kennt. Sie wirken für mich irgendwie “saftiger” als man das kennt. Das kann man sich so vorstellen wie Brot mit Hefe vs. Sauerteigbrot. Beides schmeckt super, aber ist eben anders.
  4. Das Handling des Hermann Teiges ist völlig unkompliziert, man kann ihn sogar einfrieren.
  5. Es ist mir ein Rätsel, wie der Hermann so lange von der Bildfläche verschwinden konnte. Ich bin sowas von begeistert, dass ich regelrecht das Gefühl habe, lange Zeit etwas verpasst zu haben. Danke liebe “Oetkers”, dass ihr mich wachgerüttelt habt.

So… genug geschrieben! Ich werde in den nächsten Tagen mal einen ganzen Schwung von Rezepten mit Hermann hier veröffentlichen. Und in Zukunft wird es immer wieder Rezepte mit Hermann geben… also setzt schonmal euren Teig an. Lohnt sich.

Viel Spaß beim Ausprobieren,

Marian

Hochzeitstorten designen, Cupcakes und (Motiv)torten zu planen und gestalten ist meine größte Leidenschaft. Am liebsten Samstag abends zu später Stunde...

Ich liebe die Herausforderung und die Vielseitigkeit, die ein Food Blog mit sich bringt: Planen, Backen, Ausprobieren, Fotografieren, Dekorieren und das Ganze dann auf Mannbackt.de zu präsentieren.

Das Ergebnis könnt ihr jeden Tag auf`s Neue bestaunen...