Aktuelles/ Germteig/ Weihnachten

Kiachl – Rezept für traditionelle Bauernkrapfen aus Tirol

Weihnachten 2020. Mit Linzeraugen, Marshmallow Weihnachtskeksen, Biscotti di Mandorle und einigem mehr haben wir uns schon ziemlich viel Weihnachtsstimmung ins Haus geholt. Aber eines geht mir schon ein bißchen ab: Der Christkindlmarkt bei uns im Dorf, in Innsbruck oder auch sonst wo. Einen guten Glühwein trinken, ein wenig quatschen, die Stimmung genießen… und (das ist mir ganz wichtig!) einen Kiachl essen.

Kiachl kennt ihr nicht? Vielleicht heißen sie einfach in unterschiedlichen Regionen anders, bei uns kennt sie jeder. Und vielleicht nach diesem Beitrag noch viele mehr.

Wer durch Tirol streift und nach der traditionellen Tiroler Weihnachtsspeise fragt, wird immer wieder auf Kiachl stoßen. Diese herrlichen Ringe aus Hefeteig lassen sich pikant mit Sauerkraut, süß mit Preiselbeermarmelade oder einfach mit Zimtzucker servieren. In jedem Fall sind die „Bauernkrapfen“ zum Niederknien lecker. Unbedingt ausprobieren… und selbst Covid19 kann uns nicht die Weihnachtsstimmung verderben…

Rezept für die Kiachl

500 g Weizenmehl Type 700 (mehr Infos zu den Mehlsorten in DE und AT)
1 Ei
250 ml Milch
75 g Butter
20 g Germ
1 Prise Salz
75 g Zucker
500 ml Öl oder Frittierfett
100 g Butterschmalz

Außerdem: Preiselbeermarmelade, Sauerkraut oder Zimtzucker

Zubereitung der Kiachl

  1. Das Mehl sieben und zusammen mit dem Ei in eine Schüssel geben. 
  2. Die Milch mit der Butter erwärmen bis diese geschmolzen ist. Wichtig: Nicht zu heiß, da sonst die Hefe abstirbt!
  3. Die Hefe, Zucker und Salz dazugeben und alles verrühren. 
  4. Diese Mischung dann über das Mehl gießen und alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine mindestens 10 Minuten zu einem sehr glatten Teig kneten. 
  5. Den Teig abdecken und 1 Stunde gehen lassen. 

Formen und Herausbacken der Kiachl

  1. Den Teig zu ca. 100g schweren Teigkugeln formen und diese mit Mehl bestäuben. 
  2. Die Kugeln nun etwas flach drück und von der Mitte her nach außen ausdünnen. Dabei den Teigling immer wieder ein bißchen drehen, damit die Form gleichmäßig wird.
  3. Man sagt, das Licht soll hell durchscheinen können. Die Kiachl sollen innen hauchdünn sein und außen ein dickerer Ring haben. Im Prinzip ist das ganz einfach und man kann nichts falsch machen, selbst wenn sie mal reißen, schmecken tun die Kiachl trotzdem super.  
  4. Die Kiachl beiseite stellen bis alle fertig geformt sind. 
  5. Währenddessen das Öl auf ca. 160°C erhitzen und die Kiachl darin von beiden Seite goldbraun frittieren. 
  6. Ich lege die Kiachl dann immer auf ein Blatt Küchenpapier, damit das Fett etwas abtropfen kann.
  7. Anschließend können die Kiachl noch heiß serviert werden

Als Beilage wird bei uns in Tirol ganz klassisch Sauerkraut serviert. Man legt es in die tiefe Mulde der Kiachl und kann sie dann ganz ohne Gabel und Messer mit der Hand mampfen… äh… genießen. 😉 Aber auch Preiselbeermarmelade schmeckt super. Als Nachspeise esse ich persönlich sie aber am allerliebsten einfach mit Zimtzucker, also Zimt und Zucker ein wenig vermengt, fertig.

Aufmerksame LeserInnen werden unser Familiegeheimnis schon erraten. (Spätestens seit den Nutellakeksen wissen das wohl alle…) Meine Jungs essen die Kiachl mit Nutella… was sonst *ggg*

Also, viel geschrieben, einfaches Rezept. Kiachl bringen bei uns einfach Weihnachtsstimmung ins Haus… den Glühwein dazu nicht vergessen! Frohe Weihnachten euch allen,

Das könnte dir auch gefallen

2 Kommentare

  • Antworten
    Yvonne
    15. Dezember 2020 um 19:47

    Hallo, bei uns im schönen Mittelfranken sind „Knieknüchle“ auch immer ein im wahrsten Sinne des Wortes heißes Thema. Vor allem das Formen. Habe kürzlich mal die ultimative Hilfe gesehen für die, die das gar nicht auf die Reihe bringen: den „Knieküchler“. Einfach mal googeln, ein originelles Teil. 🙂 Dein Rezept ähnelt sehr dem unseren. Daher weiß ich auch ziemlich sicher, dass es lecker ist. Nachbacken kann ich daher nur dringend empfehlen!

  • Antworten
    Grüneis Claudia
    15. Dezember 2020 um 19:48

    Herzlichen Dank für das „Kiachl“ Rezept bei uns wird’s gerne von Frauen mit „g’scheide Kniascheib’n“ gmacht .
    Spaß bei Seite, sie sind ein Traum mit Marmelade, bevorzugt mit Marillen Marmelade .
    Nochmals vielen lieben Dank

  • Kommentar verfassen

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.