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Marillenknödeltorte – wenn aus Knödeln eine Torte wird

Backen mit Aprikosen

Es gibt Torten, die haben eine Geschichte. Diese Marillenknödeltorte hat sogar eine ziemlich verrückte, denn für mein Buch Mann backt Glück wollte ich ein Rezept, das man so nirgends sonst finden kann, etwas ganz Außergewöhnliches. Aber wie das eben oft so ist, stellt man sich manches leichter vor als es am Ende dann ist. Ich wollte nämlich einen Teig backen, der genauso schmeckt wie der Topfenteig meiner Obstknödel (>>HIER<< geht’s zum Rezept). Also habe ich alle Zutaten zusammengerichtet, die es für Marillenknödel braucht, mir überlegt, wie man daraus einen Tortenboden kreieren kann, wie die Torte die Optik eines Knödels bekommt und wie man möglichst viele Marillen rein bekommt. Dann ging es ans Backen. Das Ergebnis war dann… katastrophal… speckig und so weit entfernt von fluffig wie der Mars von der Erde. Dass Problem war nicht ganz offensichtlich. Also mal die Eier getrennt, Eischnee untergehoben und eine Prise Backpulver dazu und das Ergebnis war dann kaum besser. Also die Mengen angepasst, weniger Topfen rein usw. und das Ergebnis war dann … kaum besser. So ging das dann weiter, bis ich vier verschiedene Varianten ausprobiert hatte. Aber besser wurde es nicht. Ich war schon ganz nah dran alles hinzuschmeissen und mir zu sagen, dass es wohl ein hoffnungsloser Fall wurde.

Marillenknödeltorte – eine Torte wie keine andere

Aprikosentorte Als ich dann mittags Polenta als Beilage zum Essen kochte und ich so gemütlich zusah, wie die Polenta alles an Wasser und Milch aufsaugte wie ein Schwamm flammte Hoffnung in mir auf. Die Polenta könnte im Teig das Zuviel an Flüssigkeit aufsaugen und den Teig nicht mehr daran hindern aufzugehen. Könnte das funktionieren? Die Motivation war groß und ich stand die volle Backzeit direkt vor dem Backofen… und das Ergebnis war… sensationell!!! Die erste, hochoffizielle Marillenknödeltorte war geboren. Eine Torte, die ihr unbedingt ausprobieren müsst!  

Zubereitung des Teiges

175 g Butter 175 g Zucker 4 Eier 1 Pck. Vanillezucker 1 Prise Salz 200 g Topfen 2 EL Polenta 225 g Mehl 1 Pck. Backpulver 1 EL Zucker

  1. Das Backrohr auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine ø22 bis ø24 cm Edelstahlschüssel oder halbrunde Backform ausfetten und bemehlen. Tipp: Ich verwende die Schüsseln von Ikea, die sind super. 
  2. Die Butter mit dem Zucker weiß schaumig schlagen. Die Eier trennen und die Dotter einzeln unter die Buttermasse mixen.
  3. Vanillezucker, Salz und Topfen dazugeben und unterrühren.
  4. Das Mehl mit dem Backpulver und der Polenta vermengen und unter die Buttermasse mixen.
  5. Zuletzt das Eiweiß mit einem Esslöffel Zucker zu einem cremigen Schnee schlagen und unter die restliche  (relativ feste) Masse heben.
  6. Den fertigen Teig in die Backform füllen und für 50 bis 60 Minuten goldgelb backen. Anmerkung: Unbedingt die Nadelprobe machen!

Backen mit Aprikosen

Zubereitung der Vanillecreme

250 ml Milch 20 g Vanillepuddingpulver 1 EL Zucker 150 g Butter 150 g Staubzucker Mark von 1 Vanilleschote

  • Aus der Milch, dem Zucker und dem Puddingpulver einen Pudding nach Packungsanleitung zubereiten, noch heiß mit Frischhaltefolie abdecken und auf Zimmertemperatur auskühlen lassen.
  • Butter und Staubzucker mit dem Mark der Vanilleschote weiß schaumig schlagen.
  • Den Pudding cremig mixen und löffelweise unter die Buttercreme mixen.

Zubereitung des Marillenkernes

400 g Marillen (Aprikosen) 30 g Zucker 30 g Stärke 3 EL Marillenschnaps

  • Die Marillen entkernen, in Würfel schneiden und mit allen Zutaten in einen Topf geben.
  • Unter ständigem, vorsichtigem Rühren aufkochen und 1-2 Minuten köcheln lassen.
  • Dann vom Herd nehmen und auf Zimmertemperatur auskühlen lassen.

Zubereitung der Brösel

200 g Semmelbrösel (in DE Paniermehl?, sollte aber gröber sein!) 40 g Butter 75 g brauner Zucker

  • Die Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, die Brösel dazugeben und unter regelmäßigem Rühren oder Schwenken anrösten.
  • Den braunen Zucker unterrühren und die Bröselmischung auskühlen lassen.

Marillenknödeltorte

Zusammensetzen der Marillenknödel Torte

  1. Die Halbkugel drei mal quer durchschneiden.
  2. Den untersten Boden großzügig mit den eingekochten Marillen belegen.
  3. Den nächsten Boden darauf legen und diesen dünn mit Creme einstreichen.
  4. Einen weiteren Boden darauf legen und wieder einstreichen, dann den Deckel darauf legen.
  5. Mit dem Rest der Creme die Torte dünn aber gleichmäßig einstreichen.
  6. Die Torte außen herum mit den Bröseln bestreuen, sodass nichts mehr von der Creme zu sehen ist.
  7. Die Torte dann über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

Ihr habt Lust auf viele weitere Rezepte mit Marillen oder leckere Torten? Dann seht euch diese Rezepte an:

Marillenknödel – Obstknödel aus Brandteig

Marillenstreusel – fruchtiger Blechkuchen

Feine Schokoladentorte – ein Tortenklassiker aus Tirol

Punschtorte – ein Klassiker wieder aufgewertet

Walnuss Zwetschgenröster Torte mit Baiserhaube

Mohnstrudel – Mohn, Powidl und Germteig

  Ich liebe diese Torte, denn jeder Bissen ist ein ganz besonderes Geschmackserlebnis. Doch viel mehr als das ist es die Konsistenz, die Verbindung aus der Marillenfüllung, der Vanillecreme und dem besonderen Teig, die diese Torte unvergesslich und unvergleichlich zugleich macht.  Unbedingt ausprobieren… Viel Spaß dabei,

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3 Kommentare

  • Reply
    Margit Kederer
    6. August 2018 at 05:03

    Hallo Marian,
    die Torte hört sich wirklich sensationell an. Gut, dass Du nicht aufgegeben hast!!
    Zu den Semmelbröseln: Die gibt es in Deutschland beim Bäcker zu kaufen oder man schreddert altbackene Brötchen selbst. Paniermehl gibt es im Supermarkt verpackt. Dieses Produkt eignet sich zum Panieren von Schnitzeln etc. aber auf keinen Fall für Deine tolle Torte!! Vielleicht lässt Du das mit dem Paniermehl in Deinem Rezept am besten weg.
    Viele Grüße und Danke für Deine Ideen. Habe auch Deine Bücher. 🙂
    Margit

  • Reply
    Teresa
    7. August 2018 at 12:38

    Ich warte schon auf einen Anlass, um die Torte zu backen…. Moment mal, dafür brauchts zum Glück keinen Anlass und ich weiß schon, was am Wochenende gebacken wird:-)

  • Reply
    Süße Kuchenwelt
    15. August 2018 at 21:01

    Eine MEGA Idee! Habe das Rezept gleich ausprobiert und war BEGEISTERT! Es hat allen super geschmeckt und war ein echter Hingucker! Zuerst wurde erst mal spekuliert ob es denn ein Sandberg wäre 😉 LG und schönen Abend!

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