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Zimtschnecken – die besten der Welt!

Zimtschnecken einfaches Rezept

Pinterest quillt über vor lauter Cinnabon Zimtschnecken Fakes und gefühlt ist das halbe Internet voll mit „original amerikanischen“ Rezepten für Zimtschnecken. Da muss ich doch glatt, fast ein wenig überheblich schmunzeln. Das wäre ja fast so als ob eine Fastfood-Restaurant meint, das Wiener Schnitzel erfunden zu haben.

Das einzig wahre Original kommt aus Österreich, genauer gesagt aus Kärnten, oder noch präziser: Aus der kleinen, feinen, traditionellen Küche meiner Oma. Punkt.

Darüber wird weder diskutiert, noch philosophiert. Sondern als Beweis lege ich heute mein mindestens 150 Jahre altes Rezept für den absolut perfekten Hefeteig für alles vor, das irgendwie gefüllt werden soll.

Kärntner Reindling, Kärntner Zuckerreinkerlen und eben auch…

Zimtschnecken aus Oma Gisi`s Backstube

Und die werden folgendermaßen gemacht…

Zutaten für die besten Zimtschnecken der Welt

1000kg Weizenmehl
1 Würfel frischer Germ (42g)
160g Zucker
160g Butter
250g (nicht Milliliter) Vollmilch (30°C, also handwarm)
1 Prise Salz
3 frische Eier

Außerdem braucht man zum Bestreuen:

100 g zerlassene Butter
2 TL Zimt
ca. 100 g geriebene Mandeln
ca. 100 g braunen Zucker

Außerdem braucht man zum Bepinseln:

1 Ei
50ml Milch
1 Prise Salz
1 Prise Zucker

Sowie für den Guss:

100g Zucker
Saft von 1 Zitrone

Zimtschnecken-4

„Germteig… diese unvergleichliche Note von Germ bzw. Hefe, leicht säuerlich, trotzdem süß, super locker und einfach unvergleichlich. Das funktionierte bei meiner Oma, indem sie einfach in einen Rein, also einem emaillierten Gefäß Milch, Butter und Zucker auf den fast ausgekühlten Ofen in der Früh stellte, bevor sie das Feuer neu anheizte und so alles auf ca. 30°C brachte. „Draufgreifen muss man können“, sagte meine Oma immer dazu.“

  • Wir machen das heute etwas moderner. Topf auf den Herd, 160g Butter, 160g Zucker und 250g Milch rein und alles auf ca. 30°C erwärmen. Nicht zu warm!!! Geht natürlich auch in der Mikrowelle.
  • Die Hefe hineinbröseln
  • 1kg Mehl in eine Schüssel, 3 Eier und 1 Prise Salz dazu und die Butter-Milch-Hefe-Mischung
  • Alles 10 bis 15 Minuten mit der Küchenmaschine oder von Hand verkneten bis der Teig eine sehr glatte Oberfläche bekommen hat
  • Ein Geschirrtuch über die Schüssel legen und den Teig 1 Stunde gehen lassen

Zimtschnecken-1

So formt man eine Zimtschnecke

  • Den Teig nach 1 Stunde ca. 1 cm dick und viereckig ausrollen.
  • Mit Butter dünn einstreichen.
  • Zimt, braunen Zucker und gerieben Mandeln gleichmäßig und nach belieben auf dem gesamten teil verstreuen. Hier muss nichts gemessen werden, einfach großzügig verteilen, fertig.
  • Nun den Teig für die Zimtschnecke eng einrollen und mit einem scharfen Messer ca. 4cm dicke Streifen abschneiden. Ihr solltet nun Schnecken haben.
  • Diese könnt ihr nun einfach auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen oder, wie ich, traditionell in eine Gusseisenpfanne (oder Auflaufform)
  • Das Backrohr auf 175°C Ober/Unterhitze vorheizen und in der Zwischenzeit die Zimtschnecken mindestens 30min gehen/rasten lassen.
  • 1 Eier, 50ml Milch, 1 Prise Zucker und 1 Prise Salz verquirlen, großzügig auf die Zimtschnecken pinseln und alles für 30 bis 35min backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.
  • Während des Backens 100g Staubzucker (Puderzucker) mit 5EL Zitronensaft vermengen, dass eine zähflüssige Masse entsteht. Dies wird die Glasur bzw. der Guss.
  • Nach dem Backen diesen Guss großzügig auf die noch heißen Zimtschnecken verteilen.
  • Fertig!

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Fazit zur Zimtschnecke

Vielleicht nehme ich mir den Mund ein wenig zu voll, wenn ich behaupte, dass man kein besseres Rezept für Zimtschnecken finden wird, egal wo oder wie lange man sucht. Doch meine Oma ist und war die ungekrönte Meisterin des Germteiges. Eine Tradition, weitergegeben von meiner Uroma und deren Oma zuvor.

Da können die „Trockenhefe-Backmischungs-Frischkäse-Toppings-Zimtschnecken-Amerikaner“ auf Pinterest noch so oft betonen, sie hätten die besten… sie haben definitiv noch nie echte österreichische Zimtschnecken probiert.

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Neugierig? Dann ran an den Herd und eure Verwandtschaft zu Ostern mächtig beeindrucken. Mit den besten Zimtschnecken der Welt… über Jahrhunderte optimiert im Land des Germteiges: Österreich.

Weitere Rezepte, die ihr unbedingt ausprobieren solltet:

Germknödel – selbst gemacht und unvergleichlich

Kärntner Reindling reloaded [Pull Apart Style]

Zwetschkenfleck – klassisch, unkompliziert und unschlagbar gut

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14 Kommentare

  • Reply
    Michael
    11. April 2015 at 16:09

    Wieder ein tolles Rezept kann man nur weiterempfehlen.

    • Reply
      Steinchen*
      8. Juli 2016 at 09:37

      Genial! Absolute Spitzenküche aus Österreich!! Unvergleichlicher Genuß!

  • Reply
    Mo
    1. Mai 2015 at 22:13

    1000kg Mehl… wow! Grins. Abgesehen davon klingt es sehr sehr nachahmenswert. Die werden definitiv nachgebacken.

  • Reply
    Wolf
    10. Juni 2016 at 12:34

    Geh bitte Marian, jetzt muss ich am Wochenende schon wieder backen…und essen… 😉

    • Reply
      Marian
      11. Juni 2016 at 05:29

      Genau das will ich ja

  • Reply
    Lisa
    18. Juni 2016 at 04:24

    Also ich bin begeistert. ..
    So viele tolle Rezepte, weiß gar nicht mit was ich starten soll…
    Wieviel Schnecken kommen denn hier raus

    • Reply
      Marian
      19. Juni 2016 at 12:38

      Je nach Größe zwischen 6 und 10. Liebe Grüße Marian

  • Reply
    Thomas
    24. Mai 2017 at 08:47

    Im ersten Schritt der Zubereitungsbeschreibung steht „Topf auf den Herd, 160g Butter, 160g und 250g Milch rein…“. Ich glaube, da fehlt ein Wort 🙂

    • Reply
      Marian
      28. Mai 2017 at 18:54

      Danke für den Hinweis!

      • Reply
        Thomas
        8. Juni 2017 at 09:33

        Gerne! Da fehlt aber immer noch ein Wort 😉

  • Reply
    Tina
    15. Oktober 2017 at 15:31

    Ich hab es versucht der Hefeteig kam nicht hoch… Trotzdem gemacht und gegessen?.. Bisserl hart.. Lach

    • Reply
      Marian
      17. Oktober 2017 at 06:00

      Dann hattest du die Milch zu heiss und hast die Hefe getötet. HANDWARM! Nicht heißer als 30 grad, im Zweifelsfall Zimmertemperatur und länger gehen lassen

  • Reply
    Mush
    15. Juni 2018 at 07:16

    Ganz großes Kino! Noch nie habe ich Hefeteig so fluffig und zart hinbekommen. Danke!

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