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Germknödel… selbst gemacht und unvergleichlich

Selbst gemachte Germknödel. Ich gehöre ja zu genau den Menschen, die Fertigprodukte verabscheuen und eigentlich immer frisch kochen. Bis auf diesen einen, ganz besonderen Tag im Jahr… ohne konkretes Datum, ohne echten Grund, aber an diesem Tag brauch ich irgendetwas aus der Tiefkühlabteilung das nach künstlichen Geschmacksverstärkern und E-Stoffen schmeckt und gerade deswegen meinen Gaumen befriedigt.

Irgendetwas, nach dessen „Genuss“ Man(n) auf der Couch liegt und sich denkt: Und das war`s jetzt?

Fragt mich nicht warum, aber dieses eine Mal im Jahr verlangt mein Körper danach. Früher war eines dieser Produkte eine Wagenladung fluffiger, mit jeder Menge Mohn-Zucker und Butter getränkter und mit Powidl gefüllter Germknödel.

Doch, wie gesagt… das war FRÜHER! Bis ich eines Tages von meiner lieben Oma ein Rezept für selbst gemachte Germknödel geerbt habe. Und seit diesem Tag gibt`s am Tiefkühl-Tag alles, aber eben keine Fabriksgermknödel.

Eure Aufgabe für den heutigen Tag ist deshalb ganz einfach: Lehnt euch zurück, lest diesen Beitrag und lasst euch von mir überzeugen!

Selbst gemachte Germknödel sind der Olymp des Mehlspeisengenusses

… und ganz nebenbei weit weniger Arbeit als man annimmt. 20 Minuten reine Arbeitszeit und etwas Geduld beim Aufgehen des Germteiges… schon habt ihr den Schihüttenklassiker schlechthin am Teller… Diese Germknödel sind fluffiger, leckerer, frischer und besser als alles, was ihr irgendwo im Kühlregal finden könntet.

Und so wird`s gemacht…

Zutaten für den Germteig

1 Hefewürfel (oder 2 Pkg. Trockenhefe)
600 g Weizenmehl Type 700
70 g Zucker
70 g weiche Butter
250ml lauwarme Milch
1 Eidotter
1 ganzes Ei
2cl Rum

Außerdem:
100g geriebener Mohn
100 g Staubzucker
150g zerlassene Butter zum Übergießen des fertigen Germknödels

Für die Füllung der Germknödel

250g Powidl
alternativ funktioniert jede andere Marmelade, ein Stück Schokolade, usw.
Portionweise in Eiswürfelbehälter eingefroren erleichtert euch das Füllen der Knödel enorm!

Germknoedel1

Germknödel selbst zuhause zubereiten

  1. Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und für 15 Minuten zu einem sehr glatten Teig kneten (lassen). Hinweis: Ein erwärmen der Milch ist nicht nötig, einfach lange genug kneten, fertig.
  2. Nun den Germteg abgedeckt für 1 Stunden aufgehen lassen, bis sich das Volumen etwa verdoppelt hat.
  3. Den Teig nun in ca. 70 bis 100 g schwere Teigportionen (je nach Hunger) aufteilen.
  4. Diese Teiglinge etwas flach drücken und in die Mitte den Powidl geben. Diese gut einpacken und den Germteig unter Spannung zu Kugeln rund formen.
  5. Die Knödel nochmal nochmal 20 Minuten reifen lassen.

Tipp: Die für viele größte Hemmschwelle für selbst gemachte Germknödel ist die Füllung mit dem leckeren Pflaumenmus „Powidl“. Aber da kann man sich ganz einfach behelfen. Ich friere immer eine Portion Powidl in einem Eiswürfelbehälter ein und hülle einfach den Teig um die Pflaumenmuß-Eiswürfel.

Germknödel_Zutaten

Völlig unkompliziert und einfach. Vielleicht 5 Minuten Arbeit. Übrigens, wenn ihr euch mit der Portionsgröße schwer tut. Für die Germknödel auf meinen Bildern habe ich 100g Teig genommen. Die Dinger gehen extrem (!!!) auf unter Dampf, also lieber zuwenig als zuviel Teig nehmen.

Germknödel_füllen

So sieht das Formen in Aktion aus:

Wenn ihr die Knödel geformt habt, lasst sie noch 15 Minuten stehen und dann geht`s ab ins Dampfbad. Hier habt ihr 3 Möglichkeiten.

  1. Im Dampfgarer bei 100°C für 35 Minuten (wenn ihr einen habt) garen
  2. Ab in einen Topf mit Dampfgareinsatz (10 bis 20€ in jedem Fachgeschäft, ich verlinke euch ein Beispiel: Dampfgareinsatz für Kochtopf)
  3. Oder in einen Topf mit bodenbedeckt (1-2cm) Wasser geben und schwimmen lassen.

Wichtig bei den Topfmethoden: IMMER (!!!) den Deckel drauf lassen! Niemals abnehmen! Bis die 35min verstrichen sind. Langsam köcheln lassen, wenn das Wasser kocht auf eine niedrige Temperatur schalten! Wenn ihr das beachtet, bekommt ihr die besten und fluffigsten Germknödel die ihr euch vorstellen könnt.

Ganz wichtig: Öffnet ihr den Topf zu früh, fallen die Germknödel zusammen und sehen dann aus wie verschrumpelt (ich spreche aus Erfahrung). Länger drin lassen ist hingegen kein Problem. Auch 1 Stunde ist kein Problem.

Und anders, als die Modelle vom Kapitän aus der Tiefkühlung seit ihr die Chefs. Ihr bestimmt die Größe, ihr bestimmt die Füllung (ja, auch Marillenmarmelade, Schokolade, oder was auch immer funktioniert!), ihr habt die Frischegarantie und ihr könnt euch an etwas Selbstgekochten erfreuen.

Weitere Mehlspeisenrezepte hier auf Mann backt:
Kaiserschmarrn Rezept
Erdäpfelpaunzen
Topfenpalatschinken

Na? Überzeugt… dann ran an Kochtopf!

Germknoedel3

Viel Spaß beim Ausprobieren, lasst es euch schmecken,

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38 Kommentare

  • Antworten
    Laura
    25. Februar 2014 um 23:20

    Vielen Dank für dein Rezept, das werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren, bei uns heissen die Dampfnudl 🙂
    Liebe Grüsse aus München
    Laura

    • Antworten
      Marian
      26. Februar 2014 um 05:33

      Dampfnudeln also? Zwar ziemlich groß für eine Nudel, aber Hauptsache es schmeckt!

      Danke für den Hinweis, Liebe Grüße Marian

  • Antworten
    Kerstin
    26. Februar 2014 um 08:18

    Das sieht ja wirklich sehr lecker aus! Wir haben die letzten Germknödel im Urlaub im Zillertal gegessen… Die werde ich auf jeden Fall ausprobieren, bei einem so guten Rezept kann ja fast nichts mehr schief gehen 🙂 Lieben Dank!

    Viele Grüße,
    Kerstin

    • Antworten
      Marian
      26. Februar 2014 um 08:37

      Ist wirklich ziemlich einfach! Lass mich wissen wie es dir gelungen ist!

      Liebe Grüße Marian

  • Antworten
    karin
    26. Februar 2014 um 13:50

    Die sehen so lecker aus, da hätte ich jetzt direkt einen Gusto darauf, obwohl ich erst falsche Grammelknödel mit Sojafülle gegessen habe,
    Germknödel sind bei mir immer so eine Hemmschwelle spez. wg, Germteig machen.
    Nach deiner Anleitung muss ich mal darüber wagen. Sag nimmst du gleich den aufgegangenen Teig oder schlägst du den Teig nochmals zusammen ( meine Schwiemutter machte das immer)Die waren immer traumhaft gut mit Heidelbeerfülle und statt Mohn trockenen Bauerntopfen darauf. Leider kann ich sie nicht mehr fragen aber ich werd es nach deiner Anleitung mal probieren und das mit dem Einfrieren ist ein super Tipp.Man lernt eben nie aus. Deine Topfentorte habe ich noch nicht gemacht da Besuch wg. Krankheit abgesagt hat, aber wird auf jeden Fall am Wochenende gebacken freu mich schon darauf.
    Danke fürs Rezept von den Germknödeln.
    LG Karin

    • Antworten
      Marian
      26. Februar 2014 um 17:09

      Hallo Karin,

      wenn du den aufgegangenen Teig aus der Schüssel nimmst, fällt er sowieso noch einmal zusammen. Damit beantwortet sich deine Frage von selbst. Der Germteig selbst sollte eigentlich keine Hemmschwelle sein, denn etwas Geduld und die richtige Temperatur vorausgesetzt (nicht heißer als die Hand verträgt) kann eigentlich nichts schief gehen.

      Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet auf Trockengerm aus dem Sackerl und kauft einen frischen Hefewürfel.

      Liebe Grüße Marian

  • Antworten
    Martin
    28. Februar 2014 um 18:43

    Hi Marian,

    nachdem ich das Rezept am Sonntag gerne probieren möchte hätte ich noch eine kurze Frage:
    1 Eidotter und 1 Ei? Also ein ganzes Ei und das Dotter aus einem zweiten?
    Entschuldige bitte die wahrscheinlich dumme Frage :-).

    Mfg Martin

    • Antworten
      Marian
      4. März 2014 um 19:20

      Hallo Martin,

      sorry, da hatte ich doch glatt deinen Beitrag übersehen. Wie ich höre, sind die Germknödel super gelungen. Trotzdem besser spät als nie:

      Ja genau, 1 ganzes Ei und vom zweiten nur den Dotter!

      Liebe Grüße Marian

  • Antworten
    Birgit
    2. November 2014 um 19:19

    Hallo!
    Sieht wirklich sehr sehr gut aus 🙂
    Mich würde noch interessieren wieviele Knödel du aus dem Teig machst bzw. für wieviele Personen das Rezept ist.

    Danke und lg

    • Antworten
      Marian
      2. November 2014 um 20:01

      Das hängt ganz davon ab, wie groß du die Knödel machst. Ich mache ziemlich große und da sind 5-6 Germknödel. Liebe Grüße Marian

  • Antworten
    Lisa Marie
    22. Januar 2015 um 01:40

    Hallo Marian

    Bäckst du deine Germknödel auch auf Vorrat? Mein Mann liebt die so sehr und ich würde die gerne für ihn backen jetzt wollte ich mal wissen soll ich die nach dem Dampfbad einfrieren oder davor und wie lange halten die sich in der Tiefkühltruhe?

    Liebe Grüße Lisa

    • Antworten
      Marian
      24. Januar 2015 um 19:03

      Hallo Lisa Marie,

      ehrlich gesagt koche ich immer frisch. Mein Tiefkühler ist so gut wie leer. Aber ich würde sagen, theoretisch, du müsstest sie vor dem Garen einfrieren. 1-2 Monate sollten sich die da schon halten. Aber vielleicht kann da ja jemand anderes noch einen Kommentar dazu abgeben. Liebe Grüße Marian

      • Antworten
        darklittle
        28. April 2017 um 12:12

        Ich frier Germknödel immer nach dem Garen ein. Aufwärmen tu ich sie dann immer so wie die TK Germknödel. Also einen gefrorenen Knödel 1-2 min zugedeckt in der Mikro. Vorher kurz mit ein wenig Wasser benetzen.

        • Antworten
          Sabrina
          28. April 2017 um 12:32

          Hallo, also ich friere immer fertig gefüllte Germknödel (für den Mann, wenn ich nicht da bin) ein. Er läßt sie dann auftauen und packt sie dann in den Dampfgarer.

        • Antworten
          Marian
          28. April 2017 um 14:08

          Und das funktioniert gut? Danke vielmals für den Tipp, ich werde das mal probieren. Liebe Grüße Marian

          • darklittle
            29. April 2017 um 11:51

            Also ich bin mit meiner Methode zufrieden. Geht flott und schmecken gut. 🙂 Wir haben leider so wenig Platz in unserem kleinen TK, dass ich mich übers ungegart einfrieren nicht drüber trau. Gegart halten sie dann doch der einen oder anderen Belastung besser stand 😉

  • Antworten
    Elvira
    26. Januar 2015 um 16:05

    hallo marian,
    österreicherin kocht germknödel nach einem rezept von einem deutschen koch-kollegen und findet das rezept PERFEKT – danke an dich und deine omi für die wundervollen knödel!
    ich als fleischesser war echt sehr sehr begeistert und alle anderen natürlich auch 😉
    perfekte und dodlsichere anleitung – kann nur gelingen
    liebe grüße
    elvira

  • Antworten
    Sabrina
    25. April 2015 um 11:31

    hab grad alle Zutaten zusammen 🙂
    Ist der Teig sehr, sagen wir feucht und klebrig? Oder hab ich irgendwas falsch gemacht?

    Jetzt darf der Teig etwas ruhen und dann hoffe ich, klappt es mit der Füllung

    • Antworten
      Marian
      26. April 2015 um 19:14

      Leicht klebrig darf er schon sein. Zuviel Milch oder Butter genommen?

      • Antworten
        Sabrina
        26. April 2015 um 19:57

        Hat auch alles gepaßt. Darf ich jetzt häufiger machen

        • Antworten
          Sabrina
          26. April 2015 um 19:59

          Hälfte des Kommentars verschluckt…

          Danke für das tolle Rezept und die ausführliche „Anleitung“

          Darf ich verlinken? 🙂

  • Antworten
    norabergemann
    13. Oktober 2015 um 15:31

    Hallo Marian,
    da ich leider die ersten beiden Möglichkeiten, Dampfgarer und Dampfgareinsatz nicht habe, wollte ich Fragen wie genau die Dritte Methode funktioniert. wird da der Germknödel direkt ins Wasser gesetzt?
    Vielen Dank
    Nora

    • Antworten
      Marian
      13. Oktober 2015 um 19:50

      Hallo Nora,

      dann den Topf 2-3cm hoch mit Wasser füllen, aufkochen, zurückschalten, Germknödel rein, zumachen und nicht öffnen bis die Knödel fertig sind. Liebe Grüße Marian

      • Antworten
        norabergemann
        14. Oktober 2015 um 08:21

        Klasse, vielen, vielen Dank für die super shcnelle Antwort 🙂 dann kann ich ja heute gleich loslegen!

  • Antworten
    Tjetja Aka
    9. November 2015 um 21:47

    Hallo Marian!
    Mental habe ich dein Rezept schon gekocht und genossen. Aber real beabsichtige ich 14 Personen zu bekochen. Deshalb meine Frage: Kann man die Germknödel auch im Bräter im Backofen machen? So viele Kochtöpfe haben wir nicht!

    • Antworten
      Marian
      11. November 2015 um 14:04

      Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass das geht. Liebe Grüße Marian

  • Antworten
    Tamara
    4. April 2016 um 23:07

    Hey

    Habe nach einer Skiexkursion der Uni und unzähligen leckeren Germknödeln Lust gehabt ein bisschen Urlaub nach Hause zu holen.
    Dein Rezept war einfach spitze. Habe heute mit meiner Oma, Mama und meinem Freund sehr leckere Germknödel essen können.

    Das Rezept war super leicht umzusetzen und schmeckt einfach klasse. Vor allem der Trick mit den Eiswürfeln war spitze.

    Liebe Grüße

  • Antworten
    Sabrina
    27. Mai 2016 um 22:01

    Hallo,

    das Rezept klingt sehr interessant, das würde ich gern nachmachen…
    Muss der Teig mit dem Rum angefertigt werden?
    Wir haben 2 kleine Kinder, da halte ich nicht sonderlich viel von Alkohol im Essen.

    LG Sabrina

    • Antworten
      Marian
      28. Mai 2016 um 06:50

      Kein Problem, das verstehe ich. Einfach durch Milch ersetzen. Liebe Grüße Marian

  • Antworten
    Ana
    5. Juni 2016 um 12:41

    Tolles Rezept. Ich habe es ausprobiert, doch die Germknödel sind etwas klebrig geworden. Woran könnte das liegen? Vielen Dank!!!

    • Antworten
      Marian
      9. Juni 2016 um 20:03

      Zu wenig bedampft. Ich vermute dich Garzeit war zu kurz. Meine sind extrem fluffig. Kann es sonst sein, dass du dich bei den Zitatenmengen vertan hast oder die Ruhezeit des Teiges zu kurz war?

      Liebe Grüße marian

  • Antworten
    Monika
    13. Oktober 2016 um 10:58

    Hallo, vielen dank für dieses mega leckere Rezept. Hatte vor der Zubereitung immer etwas Bammel aber mit deiner Anleitung sind sie perfekt gelungen!!! Grüße Monika

  • Antworten
    Simone
    12. Januar 2017 um 13:34

    Hallo Marian,

    ich möchte mich jetzt endlich einmal für das tolle Rezept (und auch für die viele andere die ich hier schon gefunden habe) bedanken!!!
    Die Germknödel gibt es bei uns regelmäßig 🙂 vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit.
    Ich hab einen Dampfgarer und hab auch schon welche nach dem garen eingefroren und dann einfach im Dampf wieder aufgetaut. Klappt auch super.

    Herzliche Grüße
    Simone

  • Antworten
    Verena
    19. April 2017 um 15:10

    Danke für den Tipp mit dem Einfrieren der Marmelade!! 🙂 das war für mich immer die größte Herausforderung! Sehr toll!!

  • Antworten
    Nadine Posch
    23. Juni 2018 um 20:28

    Wieviele wurden das?

    • Antworten
      Marian
      4. Juli 2018 um 09:36

      Je nachdem wie groß du sie machst zwischen 4 und 8.

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