Weihnachten

Marzipan-Nuss-Stollen … weihnachtliches Backwerk mit Tradition

Gestern noch habe ich meinen Panettone als besonders weihnachtlich gelobt, heute versuche ich noch einen draufzusetzen. Mit einem mehr oder weniger klassischen Christstollen. Gefüllt mit allem was zu Weihnachten dazu gehört und für das besondere Weihnachtsaroma sorgt.

Doch bevor ich euch das Rezept erkläre, muss ich euch dann doch noch einen Auszug von Dr. Gugl über den Ursprung des Stollens zitieren: „Das ursprüngliche „Christbrot” aus dem 14. Jahrhundert war eine Fastenspeise der Klöster für den Advent aus Mehl, Hefe und Wasser.“ Quelle Wiki
Nun, ganz ehrlich, von einem Fastenbrot sind heutige Stollen soweit entfernt wie ein Dacia von einem Porsche, aber ich bin mir ganz sicher, dass mein Stollen auch entsprechend besser schmeckt.

Marzipan_Nuss-Stollen

Marzipan-Nuss-Stollen … weihnachtliches Backwerk mit Tradition

Die Zubereitung meines Nuss-Marzipan-Stollens ist etwas aufwändiger als viele meiner sonstigen Rezepte und erfordert ein wenig Ruhe und Geduld. Doch keine Angst, denn das Ergebnis entschädigt für alle Mühen. Richtet euch einfach sorgfältig alle Zutaten zusammen und haltet euch Schritt für Schritt an das Rezept. Dann kann eigentlich nichts schief gehen.

Zutaten Marzipan-Nuss-Stollen

Für das Dampfl:

140ml Milch
2 Hefewürfel
90g Zucker

Für den Teig:

85g Butterschmalz
250g Butter
550g Mehl
120g gemahlene Mandeln (für einen hellen Teig aus blanchierte Mandeln verwenden)
1 Prise Salz

Für die Füllung:

300g Rumrosinen
50g Zitronat
50g Orangeat
Schale von einer Zitrone und/oder Orange
Stollengewürzmischung oder 1 gestrichener TL Zimt, eine Messerspitze Nelkenpulver und 1 Messerspitze Muskat

Für das gewisse Etwas:

200g Marzipan

Zum Bestreuen und Bepinseln:

100g Butterschmalz
75g Zucker
100g Puderzucker

Ich erkläre die Zubereitung der Einfachheit halber in 10 Schritten. Haltet euch bitte genau daran für ein optimales Ergebnis.

Zubereitung des Marzipan-Nuss-Stollens

Schritt 1:
Alle Zutaten herrichten und bei Zimmertemperatur 1-2 Stunden stehen lassen, damit sie gleich warm sind.

Schritt 2:
Die Milch auf ca. 30°C handwarm erhitzen, 90g Zucker dazugeben und die Hefe darin auflösen. Das ganze Dampfl für 20min ziehen lassen.

Schritt 3:
Mehl, 1 Prise Salz, 50g Marzipan in kleinen Stücken, die gemahlenen Mandeln, die geschmolzene Butter und den ebenfalls flüssigen Butterschmalz, sowie die Gewürze in eine Schüssel geben. Das Dampfl (vgl. Schritt 2) darüber gießen und alles auf niedriger Stufe zu einem festen, schweren Teig verkneten.
Anmerkung: Der Teig haftet noch nicht so gut aneinander beim Rühren, nehmt ihn wenn als vermengt ist aus der Schüssel und formt mit den Händen eine feste Kugel.

Schritt 4:
Gebt nun die Rumrosinen und die kandierten Früchte (Zitronat, Orangeat), sowie die Zitronenschale auf den Teig und verknetet diese gut.

Schritt 5:
Bemehlt die Arbeitfläche ordentlich und rollt den ganzen Teig quadratisch ungefähr 3cm dick aus.

Schritt 6:
Nun müsst ihr eure Vorstellungskraft anstrengen: Formt mit der Handkante zwei Vertiefungen in den Teig, sodass er sozusagen gedrittelt ist. Formt nun das restliche Marzipan zu einer Rollen und legt es in die Mitte des ersten Drittels und schlagt den Teig darüber. Nun legt ihr die andere Seite über das mittlere Drittel.

Zuletzt schlagt ihr die doppelte Seite über jene, in der das Marzipan steckt. Das sollte dann am Ende so wie auf dem Bild aussehen.

Marzipan Nuss Stollen vor dem Backen in der traditionellen Stollenform

Marzipan Nuss Stollen vor dem Backen in der traditionellen Stollenform

Schritt 7:
Legt den Stollen auf ein Backblech und lasst ihn an einem warmen Ort nochmals ca. 1-2 Stunden aufgehen.

Schritt 8:
Heizt das Backrohr auf 175°C vor und schiebt den Stollen für 45-50min bei Ober-/Unterhitze ins Rohr.

Schritt 9:
Nehmt den Stollen aus dem Rohr und bepinselt ihn 3-4 mal mit flüssigem Butterschmalz. Nach dem letzten Bepinseln bestreut ihr in dick mit Puderzucker. Dann lasst ihr ihn über Nacht einfach auskühlen und sich setzen.
WICHTIG! Hebt den Stollen am ersten Tag ja nicht vom Blech, denn dann zerbricht er wie Sand. Gebt ihm mindestens 12h Ruhe, besser 24 Stunden.

Schritt 10:
Bestreut den Stollen nochmals mit Puderzucker und fertig ist das Schmuckstück. An einem kühlen Ort hält er sich mindestens einen Monat. Besonders gut wird er, wenn man ihn in einer abgeschlossenen Dose 8-10 Tage ruhen lässt und ihn erst dann isst. So kann er sein ganzes Aroma entfalten.


Hat man den Ablauf erst einmal verinnerlicht ist der Marzipan-Nuss-Stollen gar nicht so schwer zu backen. Ich mache ich gerne, weil allein die Zubereitung mich innerlich zur Ruhe bringt bzw. von mir einfach Geduld und Ruhe erfordert.

Alle Jahre wieder… muss eben ein Christstollen her! Definitiv nachbackenswert und eine tolle Tradition. Falls ihr noch Fragen habt einfach in den Kommentaren posten.

Marzipan Nus Stollen_Header

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8 Kommentare

  • Reply
    k. kuebler
    6. November 2015 at 07:30

    Kann man auch eine Stellenwert verwenden? Oder läuft er nicht auseinander? Das Problem hatte ich schon.

    • Reply
      Marian
      6. November 2015 at 12:26

      Der Teig ist recht fest, da verläuft eigentlich nichts

  • Reply
    cookfee
    7. November 2015 at 10:16

    Ich würde den Stollen gerne in einer glutenfreien Variante backen. Gibt es dabei speziell etwas zu beachten, oder kann ich einfach das Mehl durch spezielles, glutenfreies ersetzen?

    • Reply
      Marian
      7. November 2015 at 21:00

      Nein, da gibt es keine Unterschiede. Einfach das Mehl ersetzen, fertig. Eventuell wirst du 1-2 Esslöffel mehr brauchen.

  • Reply
    Glühweinschnitten mit Glühweingelee und Zimttopping
    14. Dezember 2015 at 06:41

    […] meiner Marzipan-Mohntorte oder meinem Christstollen konnte ich manche von euch schon überzeugen, dass Weihnachtsbäckerei nicht immer gleichbedeutend […]

  • Reply
    Christiane
    7. Dezember 2016 at 20:11

    Wieviele Stollen bekomm ich aus einem Teig? Nur den einen ?

    • Reply
      Marian
      7. Dezember 2016 at 20:27

      Nein, 2 mittelgroße sollten sich ausgehen

  • Reply
    Sarah
    20. November 2018 at 16:28

    was heisst „ERNEUT aufgehen lassen“ … muss man den Teig schon nach der Zugabe von den Zitronat und Orangeat ruhen lassen? Ich habe leider nichts gelesen davon… DAnke 🙂

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